Wissenschaftliche Ausrichtung

In der Krebsforschung evoziert die rapide Expansion genomischer Information ganze Forschungsfelder zur Erkundung darin enthaltender funktionaler Implikationen. 

Wie nie zuvor überflutet die (Gen-)Omics-Dissektion des molekularen „Fingerabdrucks“ von Tumoren in großem Maßstab Krebsforscher mit größtenteils unvorhergesehenen Herausforderungen: Unterscheiden tatsächlicher „Cancer Driver“ von Begleitveränderungen, Enthüllen der Funktion von nicht-kodierenden Sequenzen, Interpretation epigenetischer und anderer, „Higher Order“-Deregulationen, Entziffern der funktionellen Hierarchie zellulärer Subpopulationen, speziell von „Cancer Stem Cells“, Dekodieren der Reihenfolge und Sequenz genetischer Ereignisse in phylogenetischen Stammbäumen klonaler Evolution, Verstehen funktionaler Implikationen klonaler Heterogenität, Quervernetzung von Informationen aus Sequenzierungen, Epigenom, Proteom und Metabolom, Entschlüsseln von Signalnetzwerken und molekularen Maschinerien anstelle einzelner Mediatoren oder Integrieren dynamischer  Änderungen statt statischer „Schnappschuss“-Informationen, um nur einige zu nennen.

Hierbei ist besonders wichtig zu bedenken, dass praktisch alle dieser bekannten Unbekannten nicht nur Komplexitäten der Krebsforschung widerspiegeln, sondern gleichermaßen die dramatische Bedeutung von Krebs als stetig veränderliches Ziel, ein „moving Target“, unterstreichen und sich die ableitbaren therapeutischen Optionen, an deren Identifizierung Krebsforscher  so engagiert arbeiten, eher zu reduzieren als zu erweitern scheinen. Während es zunehmend klar wird, dass simple Mutations-/Inhibitorstrategien, die der klassischen Idee von „targeted Therapies“ zugrunde liegen, oft versagen oder zumindest keinen nachhaltigen Nutzen in der Klinik erzielen, werden konzeptionell neuartige Strategien dringend gebraucht. Strategien, die das Potential haben, inhärente Therapiehürden zu überkommen („Overoming Treatment Barriers in Cancer“). Strategien, die hoffentlich in der nahen Zukunft für die klinische Anwendung verfügbar sind.

Um diese zentralen Barrieren auf dem Weg zur Elimination von Krebs zu diskutieren und miteinander Sichten auszutauschen, wie diese überwunden werden können, werden sich erfahrene Experten wie Nachwuchswissenschaftler im Bereich der Krebsforschung in Berlin treffen.